Islamische Grabsteine in Frankfurt am Main: Friedhöfe, Regeln und Kosten
Dieser Ratgeber fasst die aktuell öffentlich zugänglichen Informationen der Stadt Frankfurt am Main zu islamischen Bestattungen und Grabmalen zusammen. Er erklärt, auf welchen Friedhöfen muslimische Grabfelder vorhanden sind, wann eine Beisetzung im Leichentuch möglich ist, welche Regeln für Grabmale gelten und welche Gebühren bei der Stadt anfallen können.
Lassen Sie sich diesen Wegweiser in Sekundenschnelle zusammenfassen.

Inhaltsverzeichnis
Hinweis der Redaktion: Dieser Beitrag informiert über die Frankfurter Friedhofsordnung, die örtliche Verwaltungspraxis und handwerkliche Fragen bei Grabmalen. Er ersetzt keine religiöse Beratung. Bei Fragen zu Ritus, Formulierungen oder theologischen Details empfiehlt sich zusätzlich die Abstimmung mit der Familie, der Gemeinde, einem Imam oder dem Bestattungsunternehmen.
Schnelle Orientierung für Angehörige in Frankfurt
- Die Stadt Frankfurt bietet muslimischen Bürgern bereits seit 1961 islamische Bestattungen an – ursprünglich auf dem Waldfriedhof Oberrad, heute auf dem Parkfriedhof Heiligenstock.
- Ein separates islamisches Grabfeld mit Ausrichtung nach Mekka befindet sich auf dem Parkfriedhof Heiligenstock (seit Mitte der 1990er-Jahre).
- Sarglose Bestattungen im Leichentuch sind seit 2013 durch das Hessische Friedhofs- und Bestattungsgesetz (HFBG) ermöglicht. Die Praxis in Frankfurt war historisch restriktiv; eine frühzeitige Abstimmung mit der Friedhofsverwaltung ist ratsam.
- Verlängerbare Wahlgräber (25 Jahre) sichern die Totenruhe. Reihengräber (20 Jahre) sind nicht verlängerbar.
- Wichtig: Auf Rasengräbern sind keine stehenden Grabsteine erlaubt.
- Die Mindestfrist bis zur Bestattung beträgt 48 Stunden; die Höchstfrist wurde mit der Novelle 2025 von vier auf zehn Tage verlängert.
1. Friedhöfe mit islamischen Grabfeldern in Frankfurt
Mit der langfristigen Verwurzelung vieler muslimischer Familien in Deutschland nimmt der Wunsch nach wohnortnahen Bestattungen stetig zu – ein Trend, den auch die 2023 veröffentlichte AIWG-Expertise der Goethe-Universität Frankfurt auf breiter Datenbasis dokumentiert.[1]
Die Stadt Frankfurt am Main bietet muslimischen Bürgerinnen und Bürgern bereits seit 1961 Bestattungen nach dem islamischen Ritus an. Damals richtete Frankfurt als erste hessische Stadt auf dem Waldfriedhof in Oberrad nach Mekka ausgerichtete Gräber ein.[2] Dieser Friedhofsteil ist mittlerweile voll belegt.
Der Parkfriedhof Heiligenstock im Nordosten der Stadt verfügt seit Mitte der 1990er-Jahre über ein gesondertes islamisches Gräberfeld, das mit Sträuchern und Bäumen vom übrigen Friedhof abgetrennt ist. Es wurde gemeinsam mit muslimischen Experten so nach Süd-Südost ausgerichtet, dass alle Verstorbenen auf der rechten Seite liegend Mekka zugewandt sind.[2]
Auf dem Parkfriedhof Heiligenstock stehen der muslimischen Trauergemeinde zudem weitere besondere Möglichkeiten zur Verfügung:
- Rituelle Waschungen: Auf Wunsch können hier rituelle Waschungen des Leichnams nach den religiösen Reinheitsgeboten des Islam vorgenommen werden. Dafür steht ein speziell ausgestatteter Raum zur Verfügung, der allen hygienischen Vorschriften entspricht.[2]
- Trauerfeier: Muslimische Trauergemeinden können die würdevolle, religiös neutrale Trauerhalle für ihre Trauerfeier nutzen.
- Aktive Beteiligung: Nach rechtzeitiger Anmeldung bei der Friedhofsverwaltung ist es beispielsweise möglich, dass Angehörige und Freunde den Sarg von der Trauerhalle zum geöffneten Grab tragen oder Familienmitglieder das Grab eigenhändig schließen.
Die Familie kann sich grundsätzlich auch für die Bestattung des oder der Verstorbenen auf einem anderen Stadtteilfriedhof in Frankfurt entscheiden. Zu beachten ist dabei jedoch, dass eine Ausrichtung nach Mekka dort nicht möglich ist.
2. Bestattungsfristen und sarglose Beisetzung
Die Frankfurter Friedhofsverwaltung hat verschiedene Abläufe geschaffen, um den Wünschen muslimischer Familien im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten entgegenzukommen.
Beisetzung im Leichentuch
Lange Zeit waren Bestattungen in Deutschland vielerorts mit einer Sargpflicht verbunden. Seit Inkrafttreten des Hessischen Friedhofs- und Bestattungsgesetzes (HFBG) am 1. März 2013 können die Kommunen Bestattungen ohne Sarg aus religiösen Gründen zulassen.[3] Mehrere hessische Städte wie Hanau, Gießen und Wiesbaden setzten dies zeitnah um. Die Stadt Frankfurt hielt dagegen auch nach 2013 noch längere Zeit am Sargzwang fest; noch 2019 wurde ein geschlossener Sargdeckel als „Pflicht" bezeichnet.[2] Inzwischen kann in Frankfurt am Main auf Antrag eine Bestattung im Leichentuch durch ein Bestattungsunternehmen durchgeführt werden. Aufgrund der historisch restriktiven Praxis empfiehlt sich eine frühzeitige Klärung mit der Friedhofsverwaltung.
Bestattungsfristen nach der Novelle 2025
In Hessen gilt grundsätzlich eine Mindestfrist von 48 Stunden bis zur Bestattung. Mit der zum 30. September 2025 vom Hessischen Landtag beschlossenen Novelle des Friedhofs- und Bestattungsgesetzes wurde die Höchstfrist für die Bestattung von Leichen von bisher vier Tagen auf zehn Tage nach dem Todeseintritt verlängert. Die Mindestfrist von 48 Stunden bleibt unverändert bestehen.[4] Welche Stellen im Einzelfall beteiligt sind (beispielsweise Gesundheitsamt oder Standesamt), hängt von den Umständen des Sterbefalls ab. Meist koordiniert dies das beauftragte Bestattungsunternehmen.
3. Langfristige Totenruhe: Reihengrab, Wahlgrab und Rasengräber
Für viele Familien ist die langfristige Sicherung der Grabstätte ein zentraler Punkt. Auf dem islamischen Friedhofsteil auf dem Parkfriedhof Heiligenstock werden, wie auf allen anderen Friedhöfen im Stadtgebiet, Reihen- und Wahlgrabstätten für Erdbestattungen zur Verfügung gestellt.
Reihengräber
- Die Nutzungsdauer der Reihengrabstätten beträgt 20 Jahre, eine Verlängerung ist ausgeschlossen.
- Nach Ablauf dieser Zeit wird die Grabstätte mit einem anderen Verstorbenen wieder neu belegt.
- In einer Reihengrabstätte kann jeweils nur ein Verstorbener bestattet werden.
- Der Platz wird der Familie von der Friedhofsverwaltung zugewiesen.
- Sollten bei einer nachfolgenden Bestattung Gebeine gefunden werden, verbleiben diese auf dem Friedhof und werden unter die Grabsohle tiefergelegt.
Wahlgräber
- Bei Wahlgrabstätten können die Angehörigen die Lage des Grabes selbst aussuchen.
- Das Nutzungsrecht wird bei der Erstbelegung für 25 Jahre erworben und kann durch die Angehörigen immer wieder verlängert werden.
- In dieser Grabstätte können, je nach Größe, auch weitere Familienangehörige bestattet werden.
Besonderheit: Rasengräber (Rasenreihengrab & Rasenwahlgrab)
Wer die Grabpflege nicht selbst übernehmen kann, wählt oft ein Rasengrab. Bitte beachten Sie: Die Friedhofsordnung der Stadt Frankfurt am Main schreibt bei regulären Gräbern die regelmäßige Pflege vor. Bei unzureichender Grabpflege kann das Nutzungsrecht an einer Grabstätte entzogen werden. Rasengräber bieten sich hier als pflegefreie Alternative an.
4. Grabmalgestaltung: Inschrift, Material und besondere Regeln
Es gibt kein einheitliches muslimisches Grabmal. Viele Familien wünschen eine zurückhaltende Gestaltung; Form, Material und Inschrift variieren je nach Herkunft, Gemeinde, Familie und den Vorgaben der jeweiligen Friedhofsordnung.
Strenge Regeln bei Rasengräbern
Aus handwerklicher Sicht ist bei der Wahl der Grabart höchste Vorsicht geboten: Bei Rasenreihengräbern und Rasenwahlgräbern ist strikt zu beachten, dass keine stehende Tafel gestellt werden darf. Bei diesen Grabarten ist nach vorherigem Antrag ausschließlich eine versenkte Bodenplatte möglich. Außerdem darf hier absolut kein Grabschmuck auf der Grabstätte abgelegt werden.
Materialien
Aus handwerklicher Sicht werden für Grabmale häufig witterungsbeständige Natursteine (wie Granit) gewählt. Die Materialentscheidung ist in erster Linie eine Frage von Haltbarkeit, Pflegeaufwand, Budget und den örtlichen Friedhofsvorgaben. Dichte Gesteine und eine polierte Oberfläche können die spätere Reinigung erleichtern.
Inschriften und arabische Texte
Häufig enthalten muslimische Grabmale den Namen der verstorbenen Person, das Geburts- und Sterbedatum sowie kurze Segens- oder Gedenkformeln wie »Jedes Lebewesen wird den Tod erfahren! … Und zu Uns werdet ihr zurückgebracht.« (Koran, 21:35). Ob und welche religiösen Texte verwendet werden, hängt von der Familientradition ab. Bei arabischen oder anderen nichtlateinischen Inschriften empfehlen wir vor der Fertigung immer eine zusätzliche Freigabe durch die Familie oder eine sprachkundige Person.
5. Genehmigung und Nachweis gegen Kinderarbeit
Die Errichtung eines Grabsteins oder einer Einfassung bedarf einer behördlichen Genehmigung. Die Steinmetzbetriebe sind Ihnen dabei gerne behilflich.
Standsicherheit und technische Vorgaben
Maßgeblich für die Genehmigung sind die aktuelle Friedhofsordnung, die Antragsformulare der Friedhofsverwaltung und die technischen Anforderungen an eine standsichere Ausführung. Je nach Ausführung verlangt der Grabmalantrag technische Maßangaben und Unterlagen zur standsicheren Montage.
Nachweis zur Lieferkette bei Naturstein
Für Grabsteine und Grabeinfassungen aus Naturstein verlangt die Frankfurter Friedhofsordnung ausdrücklich einen Nachweis, dass der Stein ohne die schlimmsten Formen von Kinderarbeit hergestellt wurde (§ 24a). Welche Zertifikate die Stadt im Einzelfall akzeptiert, stimmen wir als Steinmetzbetrieb im Zuge des Antragsverfahrens für Sie ab.
Rechtlicher Hintergrund: Das Bundesverwaltungsgericht (BVerwG, Urteil vom 16.10.2013, Az. 8 CN 1.12) hat eine vergleichbare Regelung der Stadt Nürnberg für unwirksam erklärt, weil nicht hinreichend bestimmt war, welche Nachweise als ausreichend gelten.[5] Auch der VGH Baden-Württemberg bestätigte 2015 diese Rechtsprechung für die Stadt Stuttgart.[6] Das Land Hessen hat daraufhin 2018 sein Friedhofsgesetz angepasst, um den Kommunen eine rechtssichere Grundlage für entsprechende Satzungsregelungen zu geben. Die Frankfurter Regelung bewegt sich auf dieser landesrechtlichen Grundlage; die konkrete Handhabung – insbesondere die Frage, welche Zertifikate anerkannt werden – wird im Einzelfall mit der Friedhofsverwaltung abgestimmt.[7]
6. Exakte Kostenübersicht für Frankfurt am Main (ab 2025)
Geprüft am 20.04.2026; Grundlage: amtliche Angaben der Stadt Frankfurt (Stand: 01.01.2025). Die Friedhofsgebühren in Frankfurt stiegen Anfang 2025 um durchschnittlich rund sechs Prozent.[8]
Entscheidet sich die Familie für einen Friedhof in Frankfurt am Main, erhebt die Stadt Gebühren nach der Friedhofs- und Bestattungsgebührenordnung. Wahlgräber sind dabei teurer als die einfachen Reihengräber.
Städtische Grabnutzungsgebühren
- Wahlgrab (Laufzeit 25 Jahre): Einzelgrab 1.855 €, Doppelgrab 2.971 €.
- Reihengrab (Laufzeit 20 Jahre): Reihengrab 1.182 €, Kinderreihengrab (15 Jahre) 385 €.
- Rasenwahlgrab (Laufzeit 25 Jahre): Einzelgrab 2.540 €, Doppelgrab 4.477 €.
- Rasenreihengrab (Laufzeit 20 Jahre): Reihenrasengrab 1.803 €.
Städtische Bestattungsgebühren (Erdaushub etc.)
- Reguläre Bestattungsgebühr: 1.659 €.
- Bestattungsgebühr für ein Kind: 1.069 €.
Weitere Kostenpunkte und finanzielle Hilfe: Für die Bestattungs- und Grabkosten erhalten die Angehörigen einen schriftlichen Gebührenbescheid. Hinzu kommen Kosten durch das Bestattungsunternehmen sowie für das Grabmal beim Steinmetz. Sollte eine Familie nicht in der Lage sein, die Bestattung zu finanzieren, kann sie sich an das zuständige Jugend- und Sozialamt wenden.
7. Was wir als Steinmetzbetrieb für Sie übernehmen
Wenn Sie bereits wissen, auf welchem Frankfurter Friedhof die Grabstätte liegt, unterstützen wir Sie bei der gesamten handwerklichen und administrativen Umsetzung des Grabmals. So erhalten Sie eine Lösung, die zur Familie passt und alle Vorgaben der Friedhofsverwaltung erfüllt.
Was wir für Sie übernehmen:
- Gemeinsamer Entwurf des Grabmals nach Ihren Wünschen
- Abstimmung und präzise handwerkliche Ausführung der Inschrift
- Komplette Abwicklung des Grabmalantrags bei der Friedhofsverwaltung Frankfurt
- Bereitstellung der nötigen Nachweisunterlagen für den Naturstein (Kinderarbeit)
- Standsichere Montage auf dem Friedhof nach den anerkannten Regeln
Wann Sie sich melden sollten:
Wenn die Grabstelle bereits vergeben ist oder Sie vorab Vorgaben zu zulässigen Größen, Materialien oder Einfassungen klären möchten, ist eine frühe Abstimmung mit uns sinnvoll. So vermeiden wir Planungsfehler.
Was wir nicht leisten:
Wir beraten Sie umfassend zur Grabmalgestaltung und zum städtischen Genehmigungsprozess. Wir ersetzen jedoch keine religiöse Beratung zu den Riten im Einzelfall oder rechtliche Beratung zum Erbrecht.
Weitere nützliche Tools & Ratgeber für Frankfurt
Planen Sie ein Grabmal in Frankfurt am Main? Nutzen Sie unsere interaktiven Rechner und weiterführenden Ratgeber, um Kosten transparent zu kalkulieren und den passenden Friedhof in Ihrem Stadtteil zu finden:
Grabstein online kaufen in Frankfurt?
Warum der Online-Preis oft nicht der Endpreis ist. Ein detaillierter Überblick.
Artikel lesen →Grabstein-Kostenrechner
Kalkulieren Sie transparent, individuell und unverbindlich die Kosten für einen Grabstein in Frankfurt.
Zum Rechner →Grabsteinkosten in Frankfurt 2026
Kompletter Preisleitfaden zu Material, Aufstellung & Gebühren.
Artikel lesen→Parkfriedhof Heiligenstock
Friedhofsordnung, Genehmigung, Materialien und Gebühren für Parkfriedhof Heiligenstock
Ratgeber lesen→8. Häufige Fragen (FAQ)
Auf welchen Friedhöfen in Frankfurt sind muslimische Bestattungen möglich?
Ein spezielles, nach Mekka ausgerichtetes Grabfeld für Muslime gibt es auf dem Parkfriedhof Heiligenstock. Das ursprünglich 1961 auf dem Waldfriedhof Oberrad eingerichtete erste muslimische Gräberfeld Hessens ist mittlerweile voll belegt. Die Familien können sich grundsätzlich auch für eine Bestattung auf einem beliebigen anderen Stadtteilfriedhof entscheiden. Dort ist die religiöse Ausrichtung nach Mekka jedoch nicht möglich.
Ist eine Beisetzung im Leichentuch (ohne Sarg) in Frankfurt erlaubt?
Ja. Auf Grundlage des Hessischen Friedhofs- und Bestattungsgesetzes (HFBG) aus dem Jahr 2013 kann in Frankfurt am Main auf Antrag eine Bestattung im Leichentuch (ohne Sarg) durch ein Bestattungsunternehmen durchgeführt werden. Da die Stadt Frankfurt in der Vergangenheit lange am Sargzwang festhielt, empfehlen wir eine frühzeitige Klärung mit der Friedhofsverwaltung und dem beauftragten Bestatter.
Darf ich einen stehenden Grabstein auf einem Rasengrab errichten?
Nein. Die Stadt Frankfurt untersagt das Aufstellen von stehenden Tafeln bei Rasenreihen- und Rasenwahlgräbern ausdrücklich. Es sind lediglich versenkte Bodenplatten (nach Antrag) erlaubt.
Welche Bestattungsfristen gelten in Hessen aktuell?
In Hessen gilt eine Mindestfrist von 48 Stunden nach dem Todeseintritt. Die Höchstfrist wurde mit der Novelle des Friedhofs- und Bestattungsgesetzes vom September 2025 von vier Tagen auf zehn Tage nach dem Todeseintritt verlängert. Dies wird in der Regel vom Bestattungsunternehmen koordiniert.
Wie hoch sind die aktuellen Bestattungsgebühren (Stand 2025)?
Die städtische Bestattungsgebühr (Erdaushub) beträgt aktuell 1.659 €. Für ein Kind beläuft sich die Bestattungsgebühr auf 1.069 €. Hinzu kommen immer die Gebühren für die Grabstätte (z. B. Wahlgrab oder Reihengrab). Die Angehörigen erhalten hierfür einen schriftlichen Gebührenbescheid der Stadt. Die Friedhofsgebühren wurden Anfang 2025 um durchschnittlich rund sechs Prozent erhöht.[8]
Was ist der Unterschied zwischen Ruhefrist und Nutzungsrecht?
Die Ruhefrist ist die festgelegte Zeit, in der ein Grab nicht neu belegt werden darf. Das Nutzungsrecht ist die befristete Erlaubnis, eine Grabstätte zu nutzen. Bei Wahlgräbern (25 Jahre) kann dieses Nutzungsrecht nach Ablauf verlängert werden. Bei Reihengräbern (20 Jahre) ist eine Verlängerung hingegen ausgeschlossen.
9. Fachliche Grundlagen und offizielle Links
Um höchste inhaltliche Qualität und absolute sachliche Korrektheit für das Rhein-Main-Gebiet zu gewährleisten, stützt sich dieser umfangreiche Leitfaden auf aktuelle empirische Daten sowie die amtlichen Rechtsnormen der Stadt Frankfurt am Main und des Landes Hessen.
- [1] AIWG – Akademie für Islam in Wissenschaft und Gesellschaft (Goethe-Universität Frankfurt): Expertise „Islamische Grabfelder und Bestattungen auf deutschen Friedhöfen" (November 2023). Bundesweite Erhebung mit Beteiligung von rund 86 % der mehr als 300 Friedhofsverwaltungen mit islamischen Grabfeldern. aiwg.de ↩
- [2] dpa / Gießener Allgemeine: „Die letzte Ruhe mit dem Blick nach Mekka" (5. April 2019). Berichtet u. a., dass Frankfurt 1961 als erste hessische Stadt auf dem Waldfriedhof Oberrad nach Mekka ausgerichtete Gräber anbot; dass dieser voll ist und seit Mitte der 1990er-Jahre der Parkfriedhof Heiligenstock genutzt wird; zitiert Harald Hildmann (Frankfurter Friedhofsverwaltung) zum Sargzwang und zu Waschräumen. giessener-allgemeine.de ↩
- [3] Hessisches Friedhofs- und Bestattungsgesetz (HFBG): In Kraft getreten am 1. März 2013. Stellt den Kommunen die Bestattung ohne Sarg aus religiösen Gründen frei. osthessen-news.de (Berichterstattung zur Umsetzung in Hanau) ↩
- [4] Hessisches Ministerium des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz: Pressemitteilung vom 30. September 2025 zur Novelle des Friedhofs- und Bestattungsgesetzes. Verlängerung der Höchstfrist auf zehn Tage, Beibehaltung der Mindestfrist von 48 Stunden. innen.hessen.de ↩
- [5] Bundesverwaltungsgericht: Urteil vom 16. Oktober 2013, Az. BVerwG 8 CN 1.12. Erklärte die Nürnberger Friedhofssatzungs-Regelung zu Grabsteinen aus Kinderarbeit für unwirksam, da keine hinreichende gesetzliche Ermächtigungsgrundlage vorlag und nicht bestimmt war, welche Nachweise anerkannt werden. bverwg.de ↩
- [6] Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg: Beschlüsse vom 21. Mai 2015 (Az. 1 S 383/14 u. a.). Bestätigte die Unwirksamkeit der Stuttgarter Regelung mangels hinreichend bestimmter Nachweisanforderungen. justiz-bw.de ↩
- [7] Gießener Allgemeine: „Nur Grabsteine ohne Kinderarbeit erlaubt" (9. April 2019). Berichtet, dass Gießen 2018 auf Grundlage des geänderten Hessischen Friedhofs- und Bestattungsgesetzes ein entsprechendes Verbot in die Friedhofsordnung aufnahm. giessener-allgemeine.de ↩
- [8] t-online / dpa: „Hessen: Bestattungen werden teurer – Stadt erhöht Gebühren" (25. Oktober 2025). Bestätigt, dass Frankfurts Friedhofsgebühren Anfang 2025 um rund sechs Prozent stiegen; nennt 479 € für ein Urnengrab und bis zu 1.855 € für ein Erdgrab (Wahlgrab Einzel). t-online.de ↩
- Stadt Frankfurt am Main / Friedhofsverwaltung: Offizielle Informationen zu Grabstätten und Friedhofsinfrastruktur. friedhof-frankfurt.de
- Stadt Frankfurt am Main (Satzungen): Satzung für das Friedhofs- und Bestattungswesen (Friedhofsordnung) sowie die aktuelle Gebührenordnung (Fassung gültig ab 01.01.2025). frankfurt.de
- Landesrecht Hessen: Hessisches Friedhofs- und Bestattungsgesetz (HFBG), juristische Grundlage für sarglose Bestattungen und Friedhofssatzungen. Hessisches Ministerium für Soziales
- Amt für multikulturelle Angelegenheiten (AmkA) Frankfurt: Dokumentationen zur interkulturellen Integration der Sepulkralkultur.

Über den Autor
Sebastian Schugar
Sebastian Schugar führt Schugar Natursteine in dritter Generation. Der Betrieb begleitet seit Jahrzehnten Familien in Frankfurt und dem Rhein-Main-Gebiet bei der Planung, Fertigung und Genehmigung von Grabmalen. Sein Schwerpunkt liegt auf den örtlichen Friedhofsvorgaben, den technischen Anforderungen an Grabmale sowie der handwerklich präzisen Umsetzung individueller Inschriften und Entwürfe. Der Beitrag informiert über Frankfurter Rahmenbedingungen und ersetzt keine religiöse Beratung.
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