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Frankfurt

Waldfriedhof Oberrad: Grabarten, Grabstein-Regeln und Steinmetz-Tipps 2026

Wer sich für eine Beisetzung auf dem Waldfriedhof Oberrad im Frankfurter Süden entscheidet, wählt einen Ort von herausragender historischer und landschaftlicher Bedeutung. Die unmittelbare Integration in den Frankfurter Stadtwald spendet Trost und Ruhe, bringt jedoch ein komplexes Netz aus städtischen Vorschriften und strengen Gestaltungsregeln mit sich. Die Friedhofsordnung der Stadt Frankfurt am Main (Stand 2025/2026) reglementiert jeden Schritt, angefangen von der Wahl der Grabart bis zur statischen Fundamentierung des Grabmals. Dieser Ratgeber übersetzt das Behördendeutsch in klare Fakten, beleuchtet die Herausforderungen des feuchten Wald-Mikroklimas und zeigt auf, warum lokales Steinmetzhandwerk aus Frankfurt-Fechenheim entscheidend ist, um dauerhaft verkehrssichere Denkmäler am Hang zu errichten.

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Waldfriedhof Oberrad in Frankfurt: Alter Baumbestand und historischer Landschaftspark

1. Wichtige Friedhofsdaten auf einen Blick: Adresse, Zeiten & Fakten

Der Waldfriedhof Oberrad ist mit einer Gesamtfläche von rund 20,5 Hektar der drittgrößte Friedhof in Frankfurt am Main[cite: 1]. Er bietet Raum für etwa 8.300 reguläre Grabstellen sowie für 3.661 Kriegsgräber[cite: 1]. Um sich in den administrativen Prozessen nicht zu verlieren, müssen Angehörige die Zuständigkeiten präzise trennen.

Besucherinformationen & Friedhofs-Fakten

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Adressen & Zuständigkeiten

Haupteingang:
Burgenlandweg 10
60599 Frankfurt am Main[cite: 1]

Friedhofsbezirk Süd (Vor Ort):
Darmstädter Landstraße 229[cite: 1]
Zuständig für die Grabvergabe.

Grünflächenamt (Zentral):
Adam-Riese-Straße 25
Zuständig für Grabmalanträge und Prüfungen.

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Friedhofs-Öffnungszeiten

November bis Februar:
07:00 Uhr bis 17:00 Uhr[cite: 1]

März und Oktober:
07:00 Uhr bis 18:00 Uhr[cite: 1]

April und September:
07:00 Uhr bis 20:00 Uhr[cite: 1]

Mai bis August:
07:00 Uhr bis 21:00 Uhr[cite: 1]
Sonn- und Feiertage: Öffnung ganzjährig ab 09:00 Uhr.

  • Infrastruktur: Die Anlage verfügt über barrierefreie Toiletten[cite: 1]. Die restaurierte Trauerhalle bietet 60 Sitzplätze für Abschiedszeremonien[cite: 1].
  • Mobilität vor Ort: Die Stadt bietet ein kostenloses "Friedhofstaxi" an, um weite Distanzen zwischen dem Eingang und tief im Wald gelegenen Gewannen zu überbrücken[cite: 1].
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Anfahrt mit dem öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV)

Die Anbindung an das Nahverkehrsnetz ist speziell für den Stadtteil Oberrad optimiert:

ÖPNV (Bus): Die Buslinien 81 und 82 der VGF / traffiQ bedienen direkt die Haltestelle Waldfriedhof Oberrad[cite: 1].

ÖPNV (Straßenbahn): Die Straßenbahnlinien 15 und 16 aus der Frankfurter Innenstadt halten an den Stationen Buchrainplatz oder Mathildenstraße.

Für Autofahrer: Es stehen öffentliche Parkplätze direkt am Burgenlandweg nahe dem Haupteingang zur Verfügung.

2. Der Waldfriedhof: Historie und interkulturelle Bedeutung

Der Friedhof wurde am 12. Dezember 1914 offiziell eröffnet. Die Anlage teilt sich landschaftsarchitektonisch in zwei deutliche Bereiche auf. Der organisch gewachsene, stark bewaldete Ostteil fasziniert mit terrassierten Stützmauern, während der westliche Erweiterungsteil streng geometrisch gegliedert ist.

Zahlreiche historische Grabmale aus Kalkstein und Muschelkalk stehen heute unter dem Schutz der Unteren Denkmalschutzbehörde. Sie prägen durch ihre dunkle Patina den romantischen Waldcharakter der Gewanne maßgeblich. Neben der Historie ist der Waldfriedhof ein tief verwurzelter interkultureller Gedächtnisort.

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Interkulturelle Gedenkstätten in Oberrad

Niederländisches Ehrenfeld: Diese Gedenkstätte umfasst 756 Gräber von niederländischen Opfern der nationalsozialistischen Herrschaft, vor allem von Zwangsarbeitern[cite: 1].

Muslimisches Gräberfeld: Im Jahr 1961 eröffnete die Stadt Frankfurt hier auf den Feldern V und VI das erste dedizierte Gräberfeld für islamische Bestattungen in Hessen.

Rumänisch-Orthodoxes Feld: Im Mai 2015 wurde das bundesweit erste Grabfeld für rumänisch-orthodoxe Bestattungen eröffnet.

3. Grabarten auf dem Waldfriedhof: Waldkonzepte und Gebühren

Neben klassischen Grabformen fokussiert sich der Waldfriedhof Oberrad auf naturnahe und pflegefreie Bestattungskonzepte. Die Gebühren der Stadt Frankfurt setzen sich dabei immer aus der Nutzungsgebühr für die Grabstelle und der operativen Beisetzungsgebühr zusammen.

Reihengräber werden chronologisch vergeben und haben eine starre, nicht verlängerbare Ruhefrist von 20 Jahren. Wahlgräber, oft Familiengräber genannt, bieten freie Lageauswahl, ein Nutzungsrecht von 25 Jahren und die Möglichkeit zur Verlängerung und Zubelegung.

Naturnahe Bestattungen im Trauerwald und Rasengräber

Ein besonderes Angebot sind die Urnenwahlgräber im Trauerwald unter Bäumen. Hier entfällt die gärtnerische Grabpflege komplett. Eine gravierende Besonderheit der Frankfurter Satzung greift an dieser Stelle. Im Gegensatz zu regulären Urnenwahlgräbern ist im Trauerwald Oberrad pro Grabstätte strikt nur eine einzige Urne zulässig[cite: 1]. Auf klassische steinerne Monumente wird verzichtet; stattdessen erfolgt die Markierung dezent am Baum.

Bei den Rasenurnenwahlgräbern mit zentraler Ablage wird die gesamte Grabfläche eingesät und die Pflege durch die Stadt übernommen. Individueller Grabschmuck direkt auf dem Grab ist streng verboten, um die Pflegemaschinen nicht zu behindern.

Grabart & Spezifikation (Stand 2025/2026)
Städtische Gebühr
Erdwahlgrab (Dauergrab, Einzel)
Sargbestattung, 25 Jahre Nutzungsrecht, flexibel verlängerbar.
1.855,00 €
Erdreihengrab
Sargbestattung, 20 Jahre Laufzeit, starr ohne Verlängerung.
1.182,00 €
Urnenwahlgrab (Erde)
Feuerbestattung, 25 Jahre Nutzungsrecht, flexibel verlängerbar.
1.798,00 €
Urnenreihengrab im Trauerhain
Feuerbestattung, 20 Jahre Laufzeit (starr).
1.073,00 €
Beisetzungsgebühr (Sarg / Erde)
Einmalig bei der Beisetzung.
1.659,00 €
Beisetzungsgebühr (Urne)
Einmalig bei der Beisetzung.
1.046,00 €

4. Grabstein-Regeln: Genehmigungen, TA-Grabmal und ILO-182

Jedes Grabmal in Frankfurt am Main unterliegt einem strikten behördlichen Genehmigungsverfahren. Die Stadt übt über das Grünflächenamt ihr vollumfängliches Satzungsrecht aus.

1

Genehmigungspflicht

Gemäß § 25 Abs. 1 FO ist vor jeder Neueinbringung eines Grabmals ein Antrag zu stellen. Dies gilt auch für nachträgliche Veränderungen. Ein zugelassener Steinmetz muss die Unterlagen einreichen. Eine Genehmigung für ein Grabmal über 50 cm Höhe kostet städtisch 135,00 Euro.

2

Zweitbeschriftungen

Auch die nachträgliche Ergänzung eines Namens auf einem bestehenden Stein erfordert eine offizielle Genehmigung. Das Schriftbild muss sich zwingend an die historische Vorlage anpassen.

3

TA-Grabmal und Statik

Um der Lebensgefahr durch umstürzende Steine vorzubeugen, müssen alle Grabmale der TA-Grabmal entsprechen. Die Satzung definiert strikte Mindeststärken: Liegende Platten müssen 8 cm stark sein. Stehende Denkmäler ab 1,50 m Höhe erfordern eine Materialdicke von mindestens 18 cm.

4

ILO-182 Zertifikat

Die Stadt Frankfurt am Main verbietet Natursteine aus ausbeuterischer Kinderarbeit strikt. § 24a Abs. 1 FO schreibt vor, dass für jeden Import-Naturstein zwingend ein Zertifikat vorgelegt werden muss, andernfalls wird die Baugenehmigung sofort abgelehnt.

5. Rasengräber und das absolute Politurverbot

Eine der größten Hürden in der Praxis betrifft die pflegefreien Rasengräber. Das Grünflächenamt setzt hier unmissverständliche Gestaltungsregeln durch. Auf Rasenreihengräbern dürfen die bodengleichen Platten das Maß von 0,45 x 0,45 m nicht überschreiten. Auf Rasenwahlgräbern sind maximal 0,65 x 0,65 m zulässig. Die Materialstärke ist in beiden Fällen auf exakt 8 cm festgelegt.

⚖️

Das Politurverbot für Rasengräber

Die weitreichendste Vorgabe ist das absolute Politurverbot. Alle Liegeplatten in Wiesenbereichen und Rasenbereichen dürfen keinerlei polierte Oberflächen besitzen.

Der Grund ist die Verkehrssicherungspflicht. Polierter Granit verwandelt sich durch Morgentau oder nasses Herbstlaub in eine gefährliche Rutschbahn für Friedhofsbesucher und das städtische Pflegepersonal. Erlaubt sind ausschließlich raue, rutschhemmende Veredelungen wie Flämmen, Stocken oder Strahlen. Aufgesetzte Metallbuchstaben sind ebenfalls untersagt, da sie die Mähwerke der Stadt beschädigen könnten. Die Schrift muss zwingend vertieft eingearbeitet werden.

6. Mikroklima Waldfriedhof: Tipps zur Materialwahl

Das dichte Blätterdach, der permanente Baumschatten und die hohe Luftfeuchtigkeit erzeugen auf dem Waldfriedhof Oberrad ein aggressives Mikroklima. Die biogene Verwitterung durch Algen, Flechten und baumeigenes Harz verläuft in Oberrad weitaus schneller als auf baumfreien Friedhöfen.

**Weichgesteine wie Sandstein oder Kalkstein** besitzen eine offene Porenstruktur und saugen Feuchtigkeit wie ein Schwamm auf. Sie setzen sehr schnell Moos und schwarze Patina an und sind äußerst schwer zu reinigen. Im starken Kontrast dazu stehen **Hartgesteine wie Granit, Basalt oder Gneis**. Diese Gesteine weisen ein extrem dichtes Kristallgefüge auf. Sie nehmen kaum Wasser auf, sind absolut frostbeständig und lassen sich von Angehörigen mühelos pflegen.

Bei der Typografie in den schattigen Gewannen bieten weiße, silberne oder blattvergoldete Schriften auf dunklen Hartgesteinen den besten und dauerhaftesten Kontrast.

7. Ihr Standortvorteil: Steinmetzhandwerk aus Frankfurt-Fechenheim

Die landschaftliche Schönheit von Oberrad geht mit topografischen Tücken einher. Die ausgeprägte Hanglage und der organische, stark durchwurzelte Waldboden führen nach einer Erdbestattung fast zwangsläufig zu Absenkungen des Erdreichs. Rät man in diesem Umfeld zu standardisierten Flachfundamenten, scheitern diese oft an der TA-Grabmal und der jährlichen städtischen Rüttelprobe. Wackelt ein Stein, wird das Grab sofort behördlich gesperrt.

Schugar Natursteine begegnet dieser Setzungsdynamik fachgerecht mit tiefen Pfahlgründungen oder durchgehenden, stahlarmierten Betonrahmen. Diese Konstruktionen leiten die Last des Denkmals sicher in das umgebende Terrain ab. Ein massiver Vorteil ist die geografische Nähe. Die Werkstatt in Frankfurt-Fechenheim liegt lediglich rund 6,7 Kilometer vom Haupteingang des Waldfriedhofs entfernt. Diese logistische Agilität ermöglicht schnelle Ortstermine, effiziente Schwertransporte und ein sofortiges Einschreiten bei witterungsbedingten Schieflagen am Hang.

8. Häufige Fragen (FAQ) zum Waldfriedhof Oberrad

Wie teuer ist ein Grab auf dem Waldfriedhof Oberrad in Frankfurt? +

Die reinen städtischen Gebühren für ein Erdwahlgrab belaufen sich auf 1.855,00 Euro. Ein Urnenreihengrab im Trauerhain kostet 1.073,00 Euro. Zusätzlich fallen noch die Kosten für die Beisetzungsleistung der Stadt an.

Wie viele Urnen dürfen im Trauerwald Oberrad beigesetzt werden? +

Im Gegensatz zu regulären Urnenwahlgräbern ist im Trauerwald Oberrad pro Grabstätte laut Satzung strikt nur eine einzige Urne zulässig.

Darf man auf einem Rasengrab in Oberrad einen polierten Grabstein aufstellen? +

Nein. Die Stadt Frankfurt setzt ein absolutes Politurverbot auf allen Wiesen- und Rasenflächen durch, um eine Rutschgefahr für Besucher und Pflegepersonal zu vermeiden. Nur raue Bearbeitungen wie Flämmen oder Stocken sind erlaubt.

Wer genehmigt Grabsteine für den Waldfriedhof Oberrad? +

Zuständig für die Prüfung der Statik und die Genehmigung aller Grabmale ist ausschließlich das zentrale Grünflächenamt der Stadt Frankfurt am Main, ansässig in der Adam-Riese-Straße 25.

Sebastian Schugar Steinmetzmeister Frankfurt

Über den Autor

Schugar Natursteine Sebastian Schugar

Sebastian Schugar ist Steinmetz in dritter Generation. Mit dem Meisterbetrieb im Frankfurter Osten in Fechenheim betreut er seit Jahrzehnten die städtischen Friedhofsanlagen der Region und beherrscht die materialtechnischen Herausforderungen sowie die Genehmigungswege der Frankfurter Behörden detailgetreu.

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Wir sitzen direkt im Einbiglerweg 5 in 60386 Frankfurt-Fechenheim. Unser Team begleitet Sie einfühlsam von der ersten Skizze über die amtliche Genehmigung beim Grünflächenamt bis zur sturmsicheren Montage auf dem Waldfriedhof Oberrad.

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Schugar Natursteine Sebastian Schugar • Einbiglerweg 5 • 60386 Frankfurt am Main • Familienbetrieb seit 1951.
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